Jahrespressekonferenz Stiftung Warentest: Anzahl der Tests erhöht, positives Jahresergebnis

Eine positive Bilanz für das Jahr 2009 zog der Vorstand der Stiftung Warentest, Dr. Werner Brinkmann, am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz der Stiftung in Berlin. Die Zahl der Untersuchungen (Waren- und Dienstleistungstests sowie Schnelltests von neuen Produkten und Aktionsware, die bei Discountern angeboten wird) ist demnach von 282 im Vorjahr auf 305 im Jahr 2009 gestiegen. Dazu gehörten neben 96 (2008: 99) klassischen Warentests auch 104 (83) Dienstleistungsuntersuchungen, darunter allein 83 (65) Untersuchungen von Finanzdienstleistungen. Getestet wurden insgesamt 2 116 Produkte, 295 weniger als im Jahr davor.

Eine besonders spektakuläre Untersuchung war laut Brinkmann Ende 2009 der Test zur Anlageberatung der Banken. Bei diesem hatte sich gezeigt, dass die Geldinstitute aus der Krise nichts gelernt haben: Nach wie vor verkauften sie statt einer gewünschten sicheren Geldanlage beispielsweise Zertifikate, Aktienfonds oder offene Immobilienfonds. Ebenfalls für Aufsehen gesorgt hat im vergangenen Oktober der sogenannte Postbank-Skandal. Dabei hatte Finanztest aufgedeckt, dass Tausende von freien Mitarbeitern Zugriff auf die Girokonten der Postbank-Kunden hatten. Ein Test von Kinderwagen im Oktober 2009 wiederum förderte so viele Schadstoffe zutage, dass gleich 10 der 14 Wagen nur „mangelhaft“ abschnitten.

Im Rückblick auf das Wirtschaftsjahr vermeldete Brinkmann, dass die Stiftung mit der Entwicklung zufrieden sein könne. Die Erlöse seien zwar im zweiten Jahr in Folge gesunken, und zwar von 39,8 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 38,8 Mio. Euro. Dank niedrigerer Aufwendungen komme die Stiftung aber auf ein positives Jahresergebnis von 825.000 Euro, nur 45.000 Euro weniger als im Jahr davor. Im laufenden Jahr bewegen sich die Erlöszahlen laut Brinkmann nach oben.

Positiv äußerte sich der Vorstand über die Zusage eines Zuwendungsbetrages von 50 Mio. Euro vom Bundesverbraucherschutzministerium, um den das Stiftungskapital in den nächsten drei Jahren erhöht werden wird. „Damit ist die Stiftung Warentest ihrem Ziel, die jährliche Zuwendung durch die Verzinsung eines Stiftungskapitals abzulösen, einen entscheidenden Schritt näher gekommen“, so der Stiftungsvorstand.

Die verkaufte Auflage von test betrug am Ende des vergangenen Jahres 510.000 Exemplare. Im Dezember 2009 hatte test rund 431.000 (2008: 437.000) Abonnenten, durchschnittlich 80.000 (90.000) Hefte wurden als Einzelexemplare verkauft. Bei Finanztest betrug die Auflage 253.000 (265.000 Exemplare). Hier gab es zum Jahresende rund 203.000 (208.000) Abonnenten, 50.00 (57.000) Exemplare gingen monatlich an Einzelkäufer.

Das Buchprogramm der Stiftung Warentest wurde im Berichtsjahr deutlich ausgeweitet. Es erschienen 23 Titel, einige davon als aktualisierte Auflage, das sind 7 mehr als im Jahr davor. Mit kostenpflichtigen Abrufen im Internet hat die Stiftung im Jahr 2009 1,75 Mio. (1,5 Mio.) Euro Umsatz erzielt, Tendenz weiter steigend.

Brinkmann verwies weiter auf inzwischen neun Produktfinder der Stiftung Warentest, in denen aktuelle Testergebnisse abrufbar sind und der Nutzer gezielt nach Produkten suchen und Ausstattungsmerkmale und Preise vergleichen kann. Neben Datenbanken zu Fernsehern, Camcordern, Autokindersitzen oder Digitalkameras gibt es seit Ende 2009 auch eine Datenbank, bei der Service und Leistungen von aktuell 104 gesetzlichen Krankenkassen miteinander verglichen werden können.

Zahlen und Fakten:
http://www.test.de/unternehmen/zahlen/

Jahresbericht 2009 (PDF, 4 MB, 130 Seiten):
http://www.test.de/filestore/jahresbericht2009.pdf?path=/22/51/59f3db9a-ceed-48b7-902f-5be81ee2ddcb-file.pdf&key=384EFDAB31D3FDD4C0C9DD74DEEE60779A1595DF

Rede Dr. Werner Brinkmann (PDF, 27 KB, 8 Seiten):
http://www.test.de/filestore/rede-jpk2010.pdf?path=/61/72/737cb3ee-b952-446b-a1f0-fce626f97b31-file.pdf&key=DA854B97B4A6A9696F3B1C0C9BFDC797DBDED801

Quelle: Stiftung Warentest