„Land & Genuss“ in Dortmund: Imkern in der Stadt

Schon seit einiger Zeit sind auf Balkonen in der Stadt vermehrt Tomatenpflanzen, Bohnenstangen oder Pflücksalate zu sehen: Die Urban-Gardening-Bewegung – das Gärtnern in der Stadt – ist in deutschen Städten voll angekommen. Die urbane Landwirtschaft versucht, die Innenstädte zu verschönern, und hat zu einem neuen Lebensgefühl von Städtern beigetragen. Nun widmen sich die City-Gärtner auch der Fauna der Metropolen: mit „Urban Beekeeping“. Die DLG-Erlebnismesse „Land & Genuss“, die vom 30. September bis zum 4. Oktober 2015 im Rahmen des Dortmunder Herbst (Westfalenhallen Dortmund, Halle 3B) stattfinden wird, informiert deshalb auch über das Thema Imkern in der Stadt.

So wie in vielen Großstädten weltweit, stehen auch in Städten wie Dortmund Holzkästen auf Hausdächern, die von fleißigen Bienenvölkern bewohnt werden. Traditionell wird die Bienenhaltung betrieben, um Honig zu gewinnen. Darüber hinaus spielen Bienen aber auch eine entscheidende Rolle in unserem Ökosystem – rund ein Drittel unseres Obsts und Gemüses ist davon abhängig, von Bienen bestäubt zu werden.

Ein Aussterben der fleißigen Bestäubungshelfer würde demnach unweigerlich auch die Artenvielfalt bei den Pflanzen vermindern. Umso alarmierender ist die Nachricht, dass die Bienenpopulation in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen hat. Ein Grund dafür ist der Befall durch die Varroa-Milbe. Hilfe könnte aus der Stadt kommen: Hier lässt sich fast das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes finden. Und nicht zuletzt ist es in der Stadt einige Grad wärmer, wodurch die Bienen produktiver sind – im Frühjahr zeitiger und im Herbst länger – und die Honigerträge steigen. Neben ihrem Fleiß sind Bienen ein Symbol für Kooperation und Kreativität – warum also keine kreative, moderne Lösung finden, um in der Stadt mit den Honigproduzenten zu kooperieren?

Was es braucht, um Imker zu werden

Das Imkern in der Stadt klingt auf den ersten Blick leichter als vermutet: Laut Naturschutzbund (NABU) bedarf es lediglich einer Holzkiste – einen Meter lang, einen halben Meter breit, 20 Zentimeter hoch –, die praktisch überall aufgestellt werden kann. Ein geschätzter Zeitaufwand von zwölf Stunden pro Bienenvolk und Jahr lässt sich gut mit der beruflichen Tätigkeit verbinden und kann ein spannender, abwechslungsreicher Ausgleich sein. Weil die „Haustiere“ nicht gefüttert werden müssen, können sie weitgehend sich selbst überlassen bleiben. Die Bienen legen ihre Waben selbst an, so können sie weitgehend gehalten werden, ohne dass störende Eingriffe in den natürlichen Lebensablauf vorgenommen werden müssen. Als Lohn winken einige Kilo Honig pro Jahr, und das, obwohl die Bienen in der Kiste ihren Honig zu einem Großteil behalten dürfen. Geerntet wird nur, was sich in einem bestimmten Teil im Hinteren der Kiste, der Honigkammer, ansammelt.

Bienenhaltung ist nicht nur in großen Gärten, sondern auch auf dem Dach oder dem Balkon möglich. Aber bevor Sie nun gleich losgehen, um sich mit dem Equipment einzudecken: Die Erstanschaffungen sind nicht ganz günstig (ab 800 €), und der Umgang mit Bienenvölkern muss gelernt sein. Erfahrene Imker raten zu einem Imkerkurs beim Profi oder beim städtischen Imkerverein. Hier erfährt man anschaulich, wie man den Bienenstaat durch den Winter bringt oder vor Bedrohungen schützt.

„Land & Genuss 2015“: Das Beste, was das Land zu bieten hat

Regionale Lebensmittelerzeuger und Direktvermarkter gibt es auch auf der „Land & Genuss“ in Dortmund zu entdecken. Die DLG-Erlebnismesse für Nordrhein-Westfalen findet vom 30. September bis 4. Oktober 2015 im Rahmen des Dortmunder Herbst in den Westfalenhallen (Halle 3 B) statt. Auf der „Land & Genuss“ gibt es zahlreiche Highlights aus Land, Garten und kulinarischen Spezialitäten zu entdecken sowie viel Ländliches mit nach Hause zu nehmen. Auf der Showbühne geben Experten Tipps zu Themen wie Urban Gardening oder regionale Spezialitäten. Landwirte der Region und der „ErlebnisBauernhof mobil“ liefern darüber hinaus praxisnahe Informationen rund um das Thema „Landwirtschaft“.

Weitere Informationen: www.LandundGenuss.de und www.facebook.com/LandundGenuss

Partner der „Land & Genuss“

Erlebnis Bauernhof mobil, Forum Moderne Landwirtschaft, Landwirtschaftliche Rentenbank, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V., Westfälisch-Lippischer LandFrauenverband e.V., www.Komm-aufs-Land.de, www.landservice.de, Slow Food Dortmund, Arbeitsgemeinschaft Deutsche KönigInnen e.V., Waldbauernverband NRW e.V., Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Quelle: DLG

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