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Ohne Milch kein „Latte macchiato“

food-monitor | Rubrik(en): Markt und Produkte | 17. Mai 2017, 15:50 Uhr |
 

Kaffeekonzern Jacobs Douwe Egberts lenkt gegenüber Verbraucherzentrale Hamburg ein.

Der Kaffeekonzern Jacobs Douwe Egberts (JDE) muss die Kennzeichnung seines Tassimo-Produkts „Jacobs Latte macchiato classico“ ändern. Die Verbraucherzentrale Hamburg war rechtlich gegen den Anbieter vorgegangen, weil dieser Vollmilchkonzentrat durch eine Flüssigkeit aus Milchbestandteilen mit Zusatzstoff ersetzt, das Produkt aber weiterhin als „Latte macchiato classico“ verkauft hat. Ein „Latte macchiato“ ist jedoch ein Getränk aus Espresso-Kaffee und aufgeschäumter Milch.

Die Hamburger Verbraucherschützer hatten JDE wegen der irreführenden Produktbezeichnung zunächst abgemahnt, und als der Konzern keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, schließlich Klage beim Landgericht Bremen eingereicht. Nun lenkte Jacobs Douwe Egberts ein und verpflichtete sich gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg, die Verpackung für das Tassimo-Produkt bis Ende Oktober dieses Jahres umzustellen. Zukünftig muss JDE das Kaffeegetränk als „Typ Latte macchiato classico“ bezeichnen.

Jacobs Douwe Egberts verwendet seit einer Rezepturänderung für die sogenannten Milch-Discs beim „Jacobs Latte macchiato classico “ anstelle von echter Milch nur noch deren Einzelteile und setzt das Verdickungsmittel Gummi arabicum (E 414) zu, um Sahne, Milchproteine, Milchmineralien, Zucker und Wasser zusammenzuhalten. „Das ist Mogelmilch! Wo Latte draufsteht, muss auch Milch drin sein. Das Produkt darf deshalb nicht als ,Latte macchiato’ verkauft werden“, meint Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Mit dem Zusatz des Wortes „Typ“ muss JDE nun in Zukunft anzeigen, dass das Kaffeegetränk keine echte Milch enthält, sondern nur wie Latte macchiato schmeckt. „Mehr gibt das europäische Kennzeichnungsrecht leider nicht her“, so Valet. Der Verbraucherschützer hätte sich gewünscht, dass das Wort „Latte“ gänzlich von der Verpackung verschwindet. Verbraucher sollten auf Lebensmittelverpackungen prinzipiell überprüfen, ob Schlüsselwörter wie „Typ“, „Geschmack“ oder „nach Art von“ verwendet werden. Diese zeigen Imitate und Ersatzprodukte an.

Weitere Informationen über den „Jacobs Latte macchiato classico“ und die Kritikpunkte der Verbraucherzentrale Hamburg daran sind veröffentlicht auf der Internetseite www.vzhh.de.

Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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