Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren

Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren
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Die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren ist weltweit sehr unterschiedlich. Tatsächlich zeigen aktuelle Untersuchungen, dass die hierzulande übliche, „westliche“ Ernährungsweise aber zu einer unzureichenden Versorgung mit diesen essentiellen Fetten führt. Aber bereits zwei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche können helfen, die Empfehlungen zur Omega-3-Fettsäurenzufuhr zu erreichen.

Was sind Omega-3-Fettsäuren und wo kommen sie vor?

Rein chemisch zählen Omega-3-Fettsäuren zu den ungesättigten Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Wir müssen sie regelmäßig über die Nahrung zu uns nehmen, weil sie vom Körper selbst nicht hergestellt werden können. So liefern pflanzliche Quellen wie Lein- und Walnussöl die kurzkettige alpha-Linolensäure, eine Vorstufe der Omega-3-Fettsäuren.

Für eine physiologische Verwendung im menschlichen Organismus muss sie vom Körper in die langkettige Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) umgewandelt werden. Beide biologisch aktiven Formen der Omega-3-Fettsäure können aber auch direkt durch den Verzehr von fettreichem Fisch wie Hering, Makrele und Lachs aufgenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren übernehmen unterschiedliche Funktionen im Körper. Beispielsweise sind sie für die Erhaltung der Zellmembranen zuständig und als Regulatoren im Cholesterinstoffwechsel sowie bei der Herstellung hormonähnlicher Substanzen beteiligt. Zahlreiche Studien belegen ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bei Entzündungsprozessen oder für die Herzgesundheit und die Gehirnfunktion.

Weltweite Versorgungssituation und Empfehlungen

Erst kürzlich wurden Daten mit Blutwerten zu EPA+DHA-Spiegeln aus 36 Ländern aus 298 Studien ausgewertet, um die weltweite Versorgungslage zu überblicken.1 Hierzu diente der prozentuale Anteil an Omega-3-Fettsäuren am Gesamtfettsäuregehalt in Erythrozyten als Vergleichswert. Wie in der Karte farblich gekennzeichnet ist, weist die Bevölkerung der westlichen Industrienationen USA und Europa (ausgenommen Skandinavien) niedrige bis sehr niedrige EPA+DHA-Werte auf (rot und orange markierte Bereiche).

Regionen, die bisher weniger an die westliche Ernährungsweise angepasst sind oder auch traditionell einen höheren Verzehr an Fisch haben, sind meist besser mit Omega-3-Fettsäuren versorgt.

Internationale Experten und Gesellschaften empfehlen den täglichen Verzehr von 250 bis 500 Milligramm EPA+DHA. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt ebenfalls 250 Milligramm EPA+DHA pro Tag. Die Menge lässt sich abhängig von der gewählten Fischsorte über ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche abdecken. Allerdings sieht die Situation in Deutschland anders aus – laut Nationaler Verzehrstudie essen die Deutschen weniger Fisch als empfohlen, 16 Prozent lassen Fisch komplett auf ihrem Speiseplan vermissen.

Für die Versorgung der derzeitigen Weltbevölkerung würden 1,3 Millionen Tonnen EPA+DHA jährlich benötigt, um jeden Menschen täglich mit 500 Milligramm zu versorgen. Derzeit aber liegt der weltweite Verzehr nur bei etwa 200 000 Tonnen pro Jahr, statistisch gerade für 15 Prozent der Weltbevölkerung ausreichend. [1]

Mögliche Konsequenzen einer unzureichenden Omega-3-Fettsäuren-Zufuhr

Die stärkste Evidenz für einen positiven Effekt einer erhöhten Omega-3-Fettsäuren-Versorgung besteht für die Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die neurologische Entwicklung bereits während der Schwangerschaft, aber auch im Säuglings-/Kleinkindalter profitiert von einer erhöhten Aufnahme der essentiellen Fettsäuren. Zudem gibt es Hinweise, dass EPA+DHA auch im erwachsenen Alter die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen.

Eine ausreichende Versorgung ist daher von vor der Geburt bis ins hohe Alter von enormer gesundheitlicher Bedeutung. Bei geringem oder fehlendem Fischverzehr kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäure-Supplementen helfen, die empfohlene Menge zu erreichen.

[1] Stark KD, Van Elswyk ME, Higgins MR; Global survey of the omega-3 fatty acids, docosahexaenoic acid and eicosapentaenoic acid in the blood stream of healthy adults. Prog Lipid Res. 2016 Jul;63:132-52. doi: 10.1016/j.plipres.2016.05.001.

Quelle und Pressekontakt GIVE e.V.

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