Wasserfußabdruck von Lebensmitteln richtig einordnen

Einordnung: Die nachfolgenden Literangaben stammen aus einem älteren Vergleich von Warenvergleich.de mit 28 Lebensmitteln. Solche Werte sind Modellrechnungen und keine festen Produkteigenschaften. Anbaugebiet, Klima, Bewässerung, Ertrag und Berechnungsmethode können den Wasserfußabdruck deutlich verändern.
Der Wasserfußabdruck umfasst nicht nur Leitungswasser, sondern auch Wasser, das entlang der Produktionskette genutzt oder durch Verschmutzung beansprucht wird. Fachleute unterscheiden:
- Grünes Wasser: im Boden gespeichertes Regenwasser, das Pflanzen nutzen.
- Blaues Wasser: entnommenes Grund- und Oberflächenwasser, etwa zur Bewässerung.
- Graues Wasser: eine rechnerische Größe für die Wassermenge, die nötig wäre, um eingetragene Schadstoffe auf zulässige Konzentrationen zu verdünnen.
Was der damalige Vergleich zeigte
In der ausgewerteten Zusammenstellung lagen Kakao, Kaffee und Rindfleisch bei den Litermengen je Kilogramm weit oben. Tomaten, Karotten, Kartoffeln und Salat wiesen deutlich niedrigere Werte auf. Die Zahlen verdeutlichen, dass der indirekte Wasserbedarf von Lebensmitteln den direkten Wasserverbrauch im Haushalt weit übersteigen kann.
Die Rangfolge allein sagt jedoch noch wenig über die örtliche Umweltwirkung aus. Ein hoher Anteil an Regenwasser in einer wasserreichen Region ist anders zu bewerten als die Entnahme von Bewässerungswasser in einem Gebiet mit Wasserknappheit. Auch Angaben pro Kilogramm lassen sich nicht ohne Weiteres auf Portionen oder Nährwert übertragen.
Folgerungen für den Einkauf
Weniger Lebensmittelabfälle und ein insgesamt geringerer Konsum besonders ressourcenintensiver Produkte können den persönlichen Wasserfußabdruck reduzieren. Pauschale Umrechnungen in angeblich „eingesparte Duschjahre“ vermitteln dagegen eine Genauigkeit, die die zugrunde liegenden Durchschnittswerte nicht leisten.
Quelle des ursprünglichen Vergleichs: Warenvergleich.de. Fachliche Erläuterungen: Umweltbundesamt – Wasserfußabdruck und Water Footprint Network – Produktdaten und Rechenwerkzeuge.
