Grünes Licht für die Avocado

Avocado
Fotolia #117481467 © karepa – Lizenznehmer: food-monitor

Avocado – Superfood oder Umweltsünde?

Ihr nahrhaftes Fruchtfleisch sowie ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten machen die Avocado zu einem beliebten Superfood. Der zunehmende Verzehr wird jedoch ebenso häufig kritisch hinterfragt, da der Anbau enorme Ressourcen verbraucht. Grünes Licht für die Avocado gibt es immerhin hinsichtlich ihrer Belastung mit Pflanzenschutzmittelrückständen, wie unsere Untersuchungen der Jahre 2015 bis 2019 zeigen.

Rund um die Avocado

Noch vor Jahrzehnten gänzlich unbekannt, sind Avocados heute ganzjährig in den Auslagen der Supermärkte zu finden. Während 2015 noch ca. 48.000 Tonnen der birnenförmigen, dunkelgrün bis schwarzvioletten Beerenfrüchte nach Deutschland importiert wurden, verdoppelte sich die Einfuhr bis 2018 nahezu auf etwa 93.000 Tonnen. Auch die Einkaufsmenge von Avocados nahm rapide zu. In den Jahren 2012 bis 2018 verdreifachte sich diese auf durchschnittlich 1,1 kg je Haushalt. Fast die Hälfte der in Deutschland verzehrten Früchte stammt aus Südamerika, insbesondere Chile und Peru. Immerhin jede siebte Avocado wird aus Spanien geliefert, aus Israel nur jede Zehnte.

Hierzulande sind vor allem die Sorten „Hass“ und „Fuerte“ zu erwerben. Die eher runde, eiförmige Hass-Avocado zeichnet sich durch ihre dunkelgrün bis schwarzviolette und narbig-runzelige Schale aus. Zudem lässt sich der Reifegrad an der Farbe der Schale erkennen, da sich diese während des Reifeprozesses dunkler färbt. Die Fuerte-Avocado hingegen besitzt eine glatte, grüne Schale, verändert ihre Farbgebung mit zunehmender Fruchtreife nicht und ähnelt in ihrer Form eher einer Birne [1].

Während der braune, kugelige Samen ungenießbar ist, ist das Fruchtfleisch sehr nahrhaft. Mit durchschnittlich 235 kcal/100 g ist die Avocado eine der energiereichsten Früchte. Ihr gelblichgrünes, leicht süßlich-nussig schmeckendes Fruchtfleisch besteht aus etwa 67 % Wasser, 24 % Fett, 6 % Ballastoffen und 2 % Proteinen. Es liefert Mineralstoffe wie Magnesium und Calcium und trägt zur Versorgung mit Vitamin C, E und B-Vitaminen bei.

Die Avocadofrucht wird überwiegend roh verzehrt, direkt gelöffelt oder dient als Zutat für Salate, Brotaufstriche, Smoothies oder Guacamole. Um die Braunfärbung des angeschnittenen Fruchtfleisches zu vermeiden, kann dieses mit Zitronensaft beträufelt werden. Doch nicht nur in der Küche findet die Frucht Anwendung. Viele kosmetische Produkte wie Haut- oder Haarpflegemittel enthalten das aus dem Fruchtfleisch gewonnene Avocadoöl [2,3]. Also alles super am Superfood Avocado?

Immer häufiger wird der zunehmende Verzehr von Avocados auch kritisch hinterfragt und vom „Märchen von der guten Avocado“ berichtet. Besonders ihr Wasserverbrauch in der landwirtschaftlichen Produktion steht im Fokus vieler Beiträge. Aufgrund der wachsenden Nachfrage steigen Anzahl und Fläche von Avocadoplantagen enorm und somit auch der Verbrauch des für die Bewässerung benötigten Wassers. Vor allem in den Herkunftsländern ist dies jedoch ohnehin bereits Mangelware, weshalb die Frucht als „ökologisch höchst fragwürdig“ bezeichnet wird [4].

Vollständiger Beitrag

Quelle: CVUA Stuttgart

FavoriteLoadingSeite in meine Favoritenliste legen | Seite drucken Seite drucken | Hinweis Copyright |
Medienkontakte dieser Meldung: 1874

Mehr zum Thema