Die Würze des Orients: Ras el Hanout

Ras el Hanout
Foto: Schnubbii – CC-Lizenz (BY 2.0) – Some rights reserved – Quelle:

Wer eine Gewürzdose mit Ras el Hanout öffnet, dem strömt ein Duft des Orients entgegen. Das weckt die Lust auf eine kulinarische Reise durch ferne Länder. In Marokko, Tunesien und Algerien wird die Gewürzmischung für zahlreiche Speisen genutzt. Ras el Hanout verfeinert Couscous, Bulgur und Reis, aber auch Lamm, Fisch und Gemüse. Es ist die typische Würze für Schmorgerichte aus der Tajine. In dem runden Lehmtopf mit spitzem Deckel werden Fleisch und Gemüse schonend bei geringer Hitze gegart. Die Traditionsmischung kann aber auch Linsensuppe einen interessanten Geschmack verleihen.

Je nach Rezept besteht Ras el Hanout aus bis zu 30 verschiedenen Gewürzen, die scharfe, würzige, süße und bittere Aromen vereinen. So verleihen Zimt, Kardamom und Rosenknospen der Mischung eine blumige Note, während Chili und Ingwer für die nötige Schärfe sorgen. Kreuzkümmel und Piment schmecken intensiv würzig, Anis und Nelken angenehm süß.

Ras el Hanout bedeutet frei übersetzt „Kopf des Ladens“ oder „Chef des Ladens“. Vermutlich war die Zubereitung so kompliziert, dass nur jemand mit viel Erfahrung, nämlich der Chef, diese Gewürzkomposition herstellen konnte. Alle Zutaten müssen gekonnt aufeinander abgestimmt werden, damit eine harmonische Mischung entsteht. Je nach Region ist Ras el Hanout unterschiedlich zusammengesetzt. So manche Familie hat ihr eigenes Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Hierzulande ist die Gewürzmischung in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Wer die Würze Nordafrikas regelmäßig verwenden möchte, kann die Mischung aber auch selbst herstellen und dem eigenen Geschmack anpassen. Rezepte dafür gibt es reichlich im Internet.

Für ein Basisrezept werden je ein Teelöffel Chiliflocken, Koriandersamen, Kardamomkapseln und Kreuzkümmelsamen in einer Pfanne für wenige Minuten ohne Fett angeröstet, bis die Gewürze beginnen zu duften. Die Hitze sollte nicht zu groß sein, damit sie nicht verbrennen. Gewürze abkühlen lassen und in einem Mörser oder Mixer zu einem feinen Pulver vermahlen. Je ein halber Teelöffel gemahlenen Ingwer, Cayennepfeffer, Zimt, Muskat und Kurkuma dazugeben und vermengen. Je nach Geschmack können Pfefferkörner, Nelken, Anis, Piment, getrocknete Rosenknospen, Galgant, Bockshornklee, Lavendel und Lorbeer die Mischung ergänzen.

Das fertige Pulver wird in eine luftdichte Dose gefüllt und hält sich kühl, dunkel und trocken gelagert einige Monate. Schön verpackt sind selbstgemachte Gewürze auch ein tolles Geschenk und Mitbringsel.

Quelle: Heike Kreutz, BZfE

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