Milch von der Weide: Weidemilch kann mehr als CO2 einsparen

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Foto: Elsemargriet auf Pixabay

Um das Klima zu schützen, greifen viele zu pflanzlichen Milchalternativen. Sie wollen damit das Klima schützen und/oder lehnen tierische Lebensmittel ab.

Es gibt aber gute Gründe, nicht komplett auf Kuhmilch zu verzichten, wenn man sie eigentlich lieber mag. Milch von der Weide und von Kühen, die wenigstens 120 Tage im Jahr mindestens 6 Stunden täglich Weidegang haben, ist da für viele vielleicht eine Lösung.

Immer mehr Studienergebnisse weisen darauf hin, dass diese Haltungsform umwelt- und tierfreundlicher sein kann als die ganzjährige Fütterung von Milchkühen mit Kraftfutter im Stall. Wichtig ist die Frage, wie viel Kraftfutter, vor allem auf Sojabasis, wird an die Kühe verfüttert? Soja kommt häufig aus Übersee, wo für den Anbau erhebliche Mengen mineralischer Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt und oft sogar Regenwälder abgeholzt werden. Tiere ökologischer Betriebe erhalten in der Regel weniger Kraftfutter, alleine schon, weil der Weidegang von April bis Oktober vorgeschrieben ist.

Weidemilch kann mehr als nur CO2 einsparen. Weideland bindet CO2 in den Böden und die Wurzeln der Weidegräser können auch den Wasserabfluss hemmen. So wappnen sie den Boden gegen Erosion und Dürre sowie Landschaften gegen Hochwasser. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Struktur beschädigter Böden wiederaufgebaut wird.

Eine nachhaltige Weidehaltung kommt nicht zuletzt dem Tierwohl zugute. Wenn das System gut gemanagt wird, bleiben die Kühe oft länger gesund und es gibt weniger Lahmheiten und Gelenkerkrankungen. Außerdem fördert Weidehaltung die biologische Vielfalt. Indem die Rinder selektiv fressen und durch ihren Tritt unterschiedliche Lebensräume schaffen, siedeln sich z. B. Tierarten wie Mistkäfer, Nektarsammler und Spinnen an. Auch Gräser und Blühpflanzen finden beste Bedingungen vor.

Der Begriff „Weidemilch“ ist zwar lebensmittelrechtlich noch nicht geschützt, gemäß eines gerichtlichen Beschlusses von 2017 dürfen Landwirte Weidemilch jedoch nur als solche vermarkten, wenn die Kühe im Sommerhalbjahr mindestens 120 Tage und 6 Stunden pro Tag auf der Weide stehen. Über diesen Standard hinaus sind weitere Kriterien aber häufig ganz unterschiedlich geregelt. Hilfreich für die Orientierung beim Einkauf von Weidemilch ist das Label „Pro Weideland“. Damit will das Land Niedersachsen die Weidehaltung fördern und Milchbauern für ihren Beitrag zum Tierwohl und zum Erhalt von Grünland entlohnen.

Quelle: Britta Klein, www.bzfe.de

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