Gentechnik und Saatgut – Ergebnisse der Überwachung durch die Bundesländer im Analysejahr 2021

Im Analysejahr 2021 (01.10.2020 – 30.09.2021) haben die amtlichen Untersuchungsstellen der Bundesländer nach Angaben der LAG (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik) insgesamt 740 Saatgut-Proben von 12 verschiedenen Kulturpflanzen auf Anteile gentechnisch veränderter Organismen (GVO) untersucht.

Mais (inkl. Zuckermais) und Raps (Winter- und Sommerraps) nahmen hierbei einen Anteil von 62 Prozent bzw. 26 Prozent ein (Abb. 1).
Unter allen untersuchten Saatgutpartien gab es im abgelaufenen Analysejahr fünf Maisproben, in denen GVO-Anteile im Spurenbereich nachgewiesen wurden. Der Anteil positiver Proben im Mais hat somit im Vergleich zum Vorjahr wieder zugenommen (Abb. 2). Wie bereits im Vorjahr wurden auch in 2021 weder bei Raps (Abb. 3) noch bei Soja (Abb.4), wie auch bei keiner der anderen untersuchten Kulturarten GVO-Anteile nachgewiesen.

Erstmals wurde auch Zuckermaissaatgut auf GVO-Anteile untersucht. In keiner der 23 untersuchten Zuckermaisproben wurden GVO-Anteile nachgewiesen. Die Kontrollen erfolgten im Rahmen eines Pilotprojekts der Länder, das vor dem Hintergrund initiiert wurde, dass ungarische Kontrollbehörden zuvor geringe Anteile nicht zugelassener GVO in Zuckermaissaatgut mit Herkunft USA nachgewiesen hatten, das über Deutschland vertrieben worden war.

Anlassbezogen erfolgten im Analysejahr 2021 außerdem wieder Kontrollen von Leinsaatgut. Auch hier wurden alle 10 Proben negativ auf GVO-Anteile getestet. Grund für die erneute Aufnahme der Kontrollen von Leinsaatgut waren Funde von nicht zugelassenem gentechnisch veränderten Leinsamen in Ernteproben im Jahr 2020. Als weitere Kulturarten wurden Zuckerrüben, Senf, Tomate, Zucchini, Luzerne und Rote Rübe kontrolliert, jedoch mit kleiner Probenanzahl (Abb. 1).

Hintergrund

Die Saatgutüberwachung in Deutschland liegt in der Zuständigkeit der Bundesländer. Die Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen von Saatgut werden regelmäßig von den Bundesländern im Internet unter www.lag-gentechnik.de/saatgut.html veröffentlicht. Die Probenahmen und Analysen erfolgen in der Regel zeitlich so abgestimmt, dass im Fall eines GVO-Nachweises das betroffene Saatgut rechtzeitig eingezogen werden kann und es nicht zur Aussaat gelangt. Beprobt werden inländisch erzeugte Saatgutpartien und auf dem Markt befindliches Saatgut sowie importiertes Saatgut. Mindestens 10 Prozent der in Deutschland zur Anerkennung vorgestellten Saatgutpartien sollen untersucht werden. Alle Analysen erfolgen mit standardisierten Methoden für die Probenahme und den Nachweis von GVO in Saatgut, die vom BVL in der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach §28b des Gentechnikgesetzes veröffentlicht werden.

In der EU sind aktuell nur GVO-Maissorten zugelassen, die die gentechnische Veränderung des Maiszünsler-resistenten Mais MON810 tragen. Jedoch gilt für Pflanzen, die diese gentechnische Veränderung tragen, in Deutschland seit 2009 ein nationales Anbauverbot. Nach Inkrafttreten der Richtlinie (EU) 2015/412 vom 11. März 2015 hat Deutschland für MON810 und weitere aktuell zur Entscheidung über den Anbau in der EU anstehende gentechnisch veränderte Pflanzen die sogenannte „opt-out“ Möglichkeit genutzt. Demnach wird Deutschland, wie weitere EU-Mitgliedstaaten auch, von der Nutzung einer Anbaugenehmigung dieser GVO ausgenommen.

Untersuchungen der Bundesländer im Analysejahr 2021

Im Analysejahr 2021 (01.10.2020 – 30.09.2021) wurden insgesamt 740 Saatgutuntersuchungen auf GVO-Anteile von den Bundesländern durchgeführt. Mais (inkl. Zuckermais) und Raps (Winter- und Sommerraps) nahmen einen Anteil von 62 % bzw. 26 % ein. Quelle: www.lag-gentechnik.de/saatgut.html
Ergebnisse der Saatgutuntersuchungen durch die Bundesländer für Mais (2009 – 2021). Die Angaben beziehen sich auf das jeweilige Analysejahr (01.10. – 30.09.). Quelle: www.lag-gentechnik.de/saatgut.html
Ergebnisse der Saatgutuntersuchungen durch die Bundesländer für Raps (2009 – 2021). Die Angaben beziehen sich auf das jeweilige Analysejahr (01.10. – 30.09.). Quelle: www.lag-gentechnik.de/saatgut.html
Ergebnisse der Saatgutuntersuchungen durch die Bundesländer für Soja (2011 – 2021). Die Angaben beziehen sich auf das jeweilige Analysejahr (01.10. – 30.09.). Quelle: www.lag-gentechnik.de/saatgut.html

Alle Dokumente hierzu sind unter folgenden Links verfügbar:

Pressekontakt:
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Pressestelle, Mauerstraße 39-42, 10117 Berlin
Telefon: 030 18444 -00211, Fax: 030 18444 -00209
E-Mail Adresse: pressestelle@bvl.bund.de

Quelle: BVL

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