Zimt für die Adventsbäckerei: Ceylon- oder Cassia-Zimt?

Veröffentlichung honorarfrei bei Link zu: food-monitor.de

Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt unterscheiden sich vor allem bei Herkunft, Rindenaufbau und Cumaringehalt.

Zimtstangen und gemahlener Zimt
Fotolia #180169075 © Jiri-Hera – Lizenznehmer: food-monitor

Beide Zimttypen werden aus der getrockneten Rinde von Bäumen der Gattung Cinnamomum gewonnen. Ceylon-Zimt stammt vom Echten Zimtbaum (Cinnamomum verum), der ursprünglich in Sri Lanka beheimatet ist. Unter Cassia-Zimt werden mehrere Zimtarten aus China und Südostasien zusammengefasst.

So lassen sich die Zimtstangen unterscheiden

Ceylon-Zimtstangen bestehen aus mehreren sehr dünnen, ineinander gerollten Rindenschichten und erinnern im Querschnitt an eine Zigarre. Cassia-Zimt bildet meist eine einzelne dickere, von beiden Seiten eingerollte Rindenschicht. Bei gemahlenem Zimt ist diese optische Unterscheidung nicht möglich; hier hilft nur eine eindeutige Sortenangabe auf der Verpackung.

Der Geschmack wird bei Ceylon-Zimt häufig als feiner und bei Cassia-Zimt als kräftiger oder schärfer beschrieben. Das ist eine sensorische Einordnung und kann je nach Herkunft, Ernte und Lagerung variieren. Weitere Hinweise zur Qualität bietet „Gewürze und Kräuter: Leitsätze, Einkauf und Lagerung“.

Cumarin: Warum die Zimtsorte wichtig ist

Ceylon-Zimt enthält üblicherweise deutlich weniger Cumarin als Cassia-Zimt. Cumarin ist ein natürlicher Aromastoff, der beispielsweise auch in Tonkabohnen vorkommt. Mehr dazu steht in „Tonkabohne: exotisches Gewürz mit Vanillearoma“.

Empfindliche Menschen können bei vergleichsweise niedrigen Mengen Leberschäden entwickeln, die nach dem Absetzen in der Regel wieder zurückgehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert beschreibt eine lebenslang täglich tolerierbare Aufnahme und sollte längerfristig nicht überschritten werden.

Für ein Kind mit 15 Kilogramm Körpergewicht wäre der Wert bei täglich etwa 30 Gramm beziehungsweise sechs kleinen Zimtsternen ausgeschöpft, wenn das Gebäck den gesetzlichen Höchstgehalt für saisonale zimthaltige Backwaren erreicht. Das Beispiel ist keine allgemeine Portionsangabe: Der tatsächliche Cumaringehalt schwankt und weitere Quellen kommen hinzu. Eine kurzzeitige Überschreitung über ein bis zwei Wochen bewertet das BfR als gesundheitlich unbedenklich; regelmäßig hohe Mengen sind dennoch zu vermeiden.

Für häufige oder größere Mengen Ceylon-Zimt wählen

Für zimthaltige Backwaren und Desserts gelten EU-Höchstgehalte an Cumarin, für Zimtpulver als Gewürz dagegen nicht. Wer häufig oder in größeren Mengen mit Zimt kocht und backt, sollte deshalb eindeutig gekennzeichneten Ceylon-Zimt verwenden. Bei gelegentlichen kleinen Mengen Cassia-Zimt ist nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko zu erwarten.

Zimt trocken, dunkel und gut verschlossen lagern. Gemahlenes Gewürz verliert schneller an Aroma als Stangenware. Bei muffigem Geruch, Feuchtigkeit oder sichtbarem Schimmel entsorgen.

Redaktionell und fachlich aktualisiert: food-monitor, 11. August 2026

Quelle: Heike Kreutz, bzfe.de; Bundesinstitut für Risikobewertung / food-monitor



Rezept: Ceylon-Zimt-Milchreis mit Pflaumenkompott

Cremiger Milchreis mit Ceylon-Zimt und warmem Pflaumenkompott
Foto: food-monitor / KI

Zutaten für 4 Portionen

  • 200 g Milchreis
  • 1 l pasteurisierte Milch
  • 40 g Zucker
  • 1 TL eindeutig gekennzeichneter gemahlener Ceylon-Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 400 g entsteinte Pflaumen, frisch oder tiefgekühlt
  • 50 ml Wasser
  • 1 EL Zitronensaft

Zubereitung

  1. Milch mit 25 g Zucker und Salz aufkochen. Milchreis einrühren und bei kleiner Hitze nach Packungsangabe etwa 25 bis 30 Minuten vollständig garen. Regelmäßig umrühren, damit nichts ansetzt.
  2. Frische Pflaumen gründlich waschen, entsteinen und in Spalten schneiden. Mit Wasser, Zitronensaft und den übrigen 15 g Zucker in einen zweiten Topf geben.
  3. Kompott aufkochen und 8 bis 10 Minuten köcheln lassen, bis die Früchte weich sind.
  4. Milchreis vom Herd nehmen, 1/2 TL Ceylon-Zimt einrühren und 5 Minuten zugedeckt ruhen lassen.
  5. Milchreis und warmes Pflaumenkompott auf vier Schalen verteilen und mit dem restlichen Ceylon-Zimt sparsam bestreuen.

Serviervorschlag: Warm als Dessert oder süße Hauptmahlzeit servieren.

Hinweis zu Allergenen und Lebensmittelsicherheit: Das Gericht enthält Milch. Nur eindeutig als Ceylon-Zimt gekennzeichnetes Pulver verwenden. Milchreis vollständig garen, Reste zügig abkühlen, abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am nächsten Tag gründlich erhitzt verzehren.

Rezept: food-monitor / KI